3. Salzburg
Im Laufe des Nachmittags kommen wir beim Hotel Hohenstauffen in Salzburg an. Der ehrwürdige alte Trakt des Hotels empfängt uns mit viel Charme: Empfangspult mit Schnitzereien und Intarsien, selbst gezimmertes Schlüsselbrett, Ton in Ton von Tapeten und Draperien des Himmelbetts, alte Kasse, Plattenautomat und sehr hilfsbereites, freundliches Personal. Wir wandern zu Fuss zum Schloss Mirabell und durchqueren dessen schönen Garten. Das Wohnhaus von Mozart weist uns den weiteren Weg. Beim Hotel Sacher überqueren wir die Salzach auf der Fussgängerbrücke (Marko-Feingold-Steg). Die Fussgängerzone versteckt sich etwas in der zweiten Strassenreihe, oben thront die alte Festung über der Stadt, Wir schlendern durch die Griesgasse und finden an der Gerbergasse ein Restaurant, wo wir ein "Original-Wienerschnitzel mit allem" geniessen. Jetzt beginnt es leicht zu Regnen. Deshalb gehen wir nach dem Nachtessen zur Unterkunft zurück. Beim Kartenspiel in der Barockstube des Hotel fühlen wir uns wie alte Römer (Flüssiges Brot und Spiele).
Tags darauf ist es kühler und leicht regnerisch. Wir benutzen unsere ÖV-Gratiskarten, welche wir als Hotelgäste erhalten haben und fahren nochmals zum Schloss Mirabell, wo wir für heute Abend die Tickets für ein Konzert im prunkvollen Saal herunterladen. Danach fahren wir zum Alten Rathaus und bummeln durch die Gassen und über grosse Plätze. In den engen Strassen gibt es viel Sehenswertes. Da sind die Läden für Ostern und Weihnachten, die hübschen Schilder (z.B. zum Mohren!), die zahlreichen Cafés und immer wieder Mozart und seine Kugeln. Vor dem Dom warten Pferdekutscher auf Kundschaft. Wir besuchen den gewaltigen Dom (Eintritt 5.- Euro/Person), das ehrwürdige Kulinarium und die alte Abtei St. Pierre mit einem bronzenen Schädel als Türgriff. Danach gehen wir zu den Katakomben und den Gräbern von alten Patrizierfamilien. Hoch oben im Felsen wacht eine Kapelle über der Stadt, welche an die Felsenstadt Petra in Jordanien erinnert (diese kennen wir jedoch nur von Bildern). Die Festungsbahn führt hinauf zur Festung Hohensalzburg. Wir sehen das Geburtshaus von Mozart und widmen uns der Befriedigung unseres grösser werdenden Appetits, bevor wir zum Hotel zurück fahren, wo wir uns mental auf das Abendkonzert einstimmen. Dieses Konzert im Marmorsaal des Hotels Mirabell ist absolute Spitzenklasse. Klar, dass Mozart gespielt wird. Das Ensemble 1756 spielt die Salzburger Sinfonie D-Dur KV 136 und das Quartett für Klavier, Violine, Viola und Violoncello g-Moll KV 478. Nach der Pause wird "Eine kleine Nachtmusik" KV 525 serviert. Den Höhepunkt bildet jedoch die Rhapsody in Blue von Georges Gershwin in einer Besetzung für ein Streichquintett mit Klavier. Was die Pianistin Minka Popovic mit den Klaviertasten herauskitzelt ist absolute Weltklasse. Was würde wohl Wolfgang Amadeus Mozart dazu sagen, welcher vor über 200 Jahren ebenfalls schon in diesem ehrwürdigen Saal aufgetreten ist?
Am nächsten Morgen zeigt sich der Himmel wieder blau. Unser Hotel Hohenstauffen ist ausgestattet mit vielen historischen Instrumenten, darunter auch mit einem Plattenautomaten. Nach dem Morgenessen fahren wir mit dem Bus ans obere Ende der Altstadt. Wir sehen auf den Strassen und in den kleinen Läden Interessantes und Sehenswertes. Dann gehts hinauf mit der Standseilbahn zur Festung Hohensalzburg. Im Fürstenschloss wimmelt es von Waffen, Uniformen, Haushaltgeräten und technischen Raffinessen. Besonders hübsch zeigt sich das Prunkstück von einem Kachelofen. Nach dem Besuch der weitläufigen aber interessanten Ausstellung gönnen wir uns einen Lunch in der Gartenwirtschaft des Schlosses.
Nach einer Siesta im Hotelzimmer brechen wir am Abend nochmals auf, um die belebten Gassen zu erleben. Die Abendsonne beleuchtet die Altstadt. Ein Schaufenster dokumentiert die Kunst des Marmeladekochens. Natürlich dürfen auch die Schweizer Schokolade von Läderach und die Swatch in den "besseren Vierteln" nicht fehlen (für uns nur als Hingucker!). Ein schmuckes ovales Gemälde an einer alten Hausfassade zeigt einen Stierwascher und erzählt von Metzgersprung und Fahnenschwung. Vor einem Kunsthaus steht ein grosser, steinerner Kopf, welcher irgendwie an die Figuren auf den Osterinseln erinnert. Auf weiteren Plätzen gibt es Modeschau, Blasmusik und Strassenbands. Aber auch ein Strassenkünstler mit einem Cello oder ein Musikus mit einer Handharmonika beleben das Ambiente. In der Zwischenzeit senkt sich der Nachthimmel über die Stadt. Doch die zahlreichen Beleuchtungen der historischen Gebäude lassen der Dunkelheit keine Chance.


















































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