6. Kelheim und Ingolstadt
Am nächsten Morgen laufen wir erneut durch die Fuchsengasse und durch die Fröhliche Türken-Strasse zum Parkhaus an der Petersgasse. Da Ingolstadt nur etwa 80 km von Regensburg entfernt ist, fahren wir über Land, zuerst nach Kelheim. Dieser schmucke Ort lädt uns zu einem Bummel ein. Die kleine Kreisstadt an der Donau hat rund 17'000 Einwohnern. Die Parkplätze im Zentrum sind gut belegt und man darf nur rund 30 Miniten parken. Trotzdem kriegen wir vom Städtchen einiges mit, was uns zu mehrfachem Fotografieren anregt. Besonders imposant ist das Altmühltor aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Ein Wegweiser führt zur Lumpenmacherei. Die Strassen sind gepflegt und sauber, die Häuser adrett und charakteristisch.
Wir erreichen schliesslich unsere Unterkunft, das Altstadhotel an der Gymnasiumstrasse in Ingolstadt. Wir können unser Auto auf dem hoteleigenen Platz parkieren und bereits um 13:30 Uhr unser schönes Zimmer beziehen. Danach erkunden wir die Innenstadt. Wir wandern bis zur Donau und genehmigen uns einen Apéritiv, bevor wir uns dem Rekognoszieren für ein Restaurant widmen. Zahlreiche Besonderheiten und Kuriositäten fallen uns auf, so das Haus "Pfeifdireine", das alte und neue Rathaus, die unterschiedlichsten Restaurants mit fremdländischen Hintergrund (griechisch, italienisch, spanisch, japanisch, türkisch, amerikanisch voll automatisiert) oder Bierhallen im bayrischen Stil. Petrus Canisius weckt ungute Gefühle an den eigenen Religionsunterricht in der Primarschule und im Hanfladen kann man sich legal mit Bio-Gras eindecken. Wir besuchen die gothische Münsterkirche. Die Altäre sind sehr speziell und erinnern mit ihren zuklappbaren Seitentüren an Ostkirchen mit byzantinischem Einschlag. Die Münsterkirche zeigt zahlreiche Kleinodien aus dem 15. Jahrhundert. Ihre Orgel besteht aus einem alten Teil (ganz hinten) und einem neueren Teil (an der Seitenwand). Eine weitere kleine Orgel steht in einer Seitenkapelle. Nachdem wir die Dollstrasse und die Theresenstrasse ausgekundet haben, entscheiden wir uns für ein fesches bayrisches Nachtessen bei Daniel, in einer Bierstube mit einem talentierten Beizer und einer guten Küche. Danach kehren wir in unser Hotel zurück.
Der nächste Morgen zeigt sich wechselhaft. Graue, schwangere Wolken lassen Regen befürchten. Doch nach ein paar Tropfen zeigen sich blaue Löcher in der Wolkendecke. Wir machen einen ausgedehnten Rundgang durch die Altstadt von Ingolstadt. An der Neubaustrasse gehen wir am Amtsgericht und an der noch geschlossenen Asamkirche vorbei und steigen die Treppen hoch auf den 382 m hohen Scherbelberg. Von da hat man einen herrlichen Überblick über die Altstadt. Danach gehts runter zu Anatomiestrasse. Hier steht das Anatomische Museum. Wir geniessen das Musikantenduo in dessen Park und bewundern die Arzneipflanzen im Botanischen Garten. Vorbei am Taschenturm, am Hohen Haus und am Münster bummeln wir durch die Theresienstrasse zur Moritzkirche und zum Pfeiferturm. Danach geht es geradeaus durch die (fast) verkehrsfreie Ludwigstrasse, wo man in Stein gemeisselte Spuren von Ludwig dem Bärtigen findet, welcher im 15. Jh. hier regiert hat. Am Paradeplatz steht der Brunnen von Kaiser Ludwig dem Bayer. Im Hintergrund befindet sich das Neue Schloss, welches heute das Bayerische Armeemuseum beherbergt. Wir überqueren den Fluss über den Donausteg und besuchen den prämierten Klenzepark. Nebst dem Reduit von Tilly gibt es hier auch ein Polizeimuseum. Zurück über die Fussgängerbrücke passieren wir das Stadttheather (nicht eben ein ästhetischer Bau), das Jugendtheater und den Theaterplatz.
Als wahrlich krönender Abschluss des Rundgangs kehren wir am späteren Nachmittag nochmals zur barocken Kirche Asam Maria de Victoria zurück. Dieser helle Sakralraum ist an Kleinodien kaum zu überbieten. Nebst Gemälden, Schnitzereien, Stukaturen und Altären ist vor allem eine Monstranz ein absolut grossartiges Kunstwerk. Sie gilt als die wertvollste Monstranz der Welt! Es ist vor allem das Kunsthandwerk aus Augsburg, welches nebst Gold, Silber und Edelsteinen alles andere in den Schatten stellt. Ein Reliquienschrein beinhaltet die reich geschmückten Schädel der beiden Märtyrer Clementia und Clemens. Schliesslich kehren wir zum nahe gelegenen Altstadthotel an der Gymnasiumstrasse zurück und erholen uns vor der letzten Tagesetappe. Da das Fahrrad auf dem Dach für uns unerreichbar ist, gehen wir zu Fuss in ein gepflegtes italienisches Ristorante und widmen uns der südländischen Kulinarik.









































































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